Mittwoch, der 22. Mai 2019

„Sozialpolitik zwischen Wünschen und Wirklichkeit“

- Sozialministerin Dr. Carola Reimann diskutiert mit Unternehmerfrauen aus dem Handwerk im Rahmen eines Politischen Runden Tisches

 

Der Politische Runde Tisch bildet einen Kernbestandteil des Projektes „Wir rücken der Politik auf den Pelz“, einer Initiative des Landesverbandes für mehr politisches Engagement von Unternehmerfrauen im Handwerk. Er wurde 2009 ins Leben gerufen und wird als Erfahrungsaustausch zwischen Politik und den Unternehmerfrauen einmal im Jahr in Hannover durchgeführt.

 

„Das Handwerk ist längst keine reine Männerdomäne mehr, aber noch ist der Frauenanteil eher gering. Gerade angesichts des demografischen Wandels werden langfristig jedoch vor allem die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben, die auf die Kompetenz und die Kreativität der gut ausgebildeten Frauen setzen“, betont die Niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann. „Der Runde Tisch ist dabei ein wichtiges Instrument um sich auszutauschen und im Dialog Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln.“

 

Meike Lotze-Franke, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk Niedersachsen e. V., betont, dass „die Stärkung von Frauen im Handwerk eines der zentralen Anliegen des Landesverbandes und der Arbeitskreise vor Ort darstellt. Zudem haben wir im Handwerk eine sehr große Nähe zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu ihren Familien.“

 

„Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, speziell auch im Fall von pflegenden Angehörigen, stehen in den meisten Betrieben ganz oben auf der Agenda. In aller Regel werden sehr individuelle, unbürokratische Lösungen gefunden!“, berichten die Frauen aus den unterschiedlichen Gewerken. Allerdings wird die Attraktivität der Arbeitsplätze gerade auch in den ländlichen Räumen durch die Sozialinfrastruktur, d. h. unter anderem durch Betreuungsangebote für Kinder und zu pflegende Angehörige mitbestimmt. „Nur wer sich gut versorgt fühlt, sieht seine berufliche und private Lebensperspektive auch dort. Daher sind diese – speziell auch für Handwerksbetriebe – von großer Bedeutung“, macht die Vorsitzende Meike Lotze-Franke deutlich.

 

In der Diskussion wurde deutlich, dass sich die Betreuungszeiten in den Kindergärten und Schulen weiter verbessern und flexibler werden müssen, damit die Eltern unbelasteter arbeiten und kleine Betriebe nicht durch den Ausfall berufstätiger Elternteile überfordert werden. Für die Schulkinder sollte nach dem täglichen Unterricht eine qualitativ hochwertige Betreuung in den Schulen ermöglicht werden. „Selbst die Gründung einer eigenen betrieblichen Existenz wird für Frauen leichter, wenn eine verlässliche Entlastung der Eltern in der Kinderbetreuung sichergestellt wäre“, ergänzte Meike Lotze-Franke.

 

Unternehmerfrauen und Sozialministerin verständigen sich darauf, den Dialog fortzusetzen. In der zweiten Jahreshälfte wird Sozialministerin Carola Reimann einen Gegenbesuch in einem Handwerksunternehmen einer Unternehmerfrau vornehmen.

 

 

 

Der Landesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk Niedersachsen e. V. vertritt landesweit in 30 Arbeitskreisen vor Ort ca. 1.200 organisierte Unternehmer-Frauen, d. h. selbstständige Unternehmerinnen, Partnerinnen und Töchter auf der Führungsebene in Handwerksunternehmen. Der Verband hat das Ziel, die Qualifizierung und den Erfahrungsaustausch von Frauen in der Unternehmensleitung von Handwerksbetrieben zu stärken und ihre Position in der Politik, der Wirtschaft und der allgemeinen Öffentlichkeit deutlich zu machen. Der Spitzenverband auf Landesebene besteht seit 1992.

 

 

 

Hannover, 22. Mai 2019